Das letzte Mal war ich vor 8 Jahren in Korea. Direkt nach dem Abi ging ich fuer drei Monate hierher, um meine begrenzten Sprachkenntnisse ein wenig aufzupolieren. Nicht dass ich jemals viel Verbindung zu meiner genetischen Heimat gehabt haette. Aber es ist trotzdem seltsam, nach so langer Zeit wieder hier zu sein. Ich suche staendig nach Dingen, die ich wiedererkenne und gleichzeit nach allem, was sich in den vergangenen Jahren veraendert hat.
Unveraendert ist immer noch der Geruch der Stadt, diese Mischung aus Abgasen, Smog und verfaultem Essen. Es ist Regenzeit und mir faellt auf, dass ich immer zum unguenstigsten Zeitpunkt nach Asien reise. Ich sollte mir das abgewoehnen. Unveraendert ist auch die Tatsache, das Koreaner nicht wirklich Auto fahren koennen und statt dessen lieber Verkehrschaos verursachen. Waerhend ich mich also an den hupenden Metalkarossen vorbeizwaenge, umspielen deren Abgase harmonisch meine Knoechel und sorgen dort fuer eine wohlige Waerme. Neu ist hingegen die Tatsache, dass viel mehr Paerchen in der Oeffentlichkeit Handchen halten. Dabei sollte man daran denken, dass Korea immer noch ein extrem konfuzianistisches Land ist, in dem so ein Verhalten eher verpoent war. Zumindest damals.
Was seit Beginn meiner Zeit vermisst habe ist der Zugang zu koreanischem Essen. Meine Omi und Mutter konnten mir nie irgendwelche Rezepte aufschreiben, weil sie frei nach Schnauze kochen. Darum stuerzte ich mich hier auch erstmal gleich in den Markt zum Fressgelage: Mandu, Reiskuchen und Samgyeobsal (Bin zu faul zum beschreiben. Aber denkt euch einfach was unglaublich leckeres, dann wirds schon passen!). Grundsaetzlich gelten folgende drei Gesetze fuer die koreanische Kueche:
- Alles was essbar ist, ist einlegbar.
- Alles was essbar ist, ist grillbar.
- Alles ist essbar und was schwerer zu essen ist, muss gesund sein.
Ich muss leider schon wieder ins Hotel, weil ich meinen Vortrag noch vorbereiten muss. Ich hoffe, dass ich demnaechst mal Fotos posten kann.

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