Dennoch fliege ich immer wieder gerne dahin. Das Essen ist lecker und superbillig. Zwar konnte keiner bisher mit den Kochkünsten meiner Omi mithalten, trotzdem hab ich es geschafft, in zwei Wochen knapp vier Kilo zuzunehmen. Viel wichtiger ist aber etwas anderes: In Korea kann ich für kurze Zeit einfach mal in der Menge verschwinden.Und ich bin nicht der Einzige, der so empfindet. Vielen Kyopos geht es so. „Kyopo“ werden Koreaner genannt, die schon lange im Ausland leben oder gar dort geboren sind. Ich bin ein „Kyopo I-ssae“, ein Kyopo zweiter Generation. Aber bevor wir den Mund aufmachen und Koreanisch reden (in meinem Fall ziemlich schlechtes Koreanisch), fallen wir nicht auf. Man hat nicht das Gefühl, angestarrt zu werden, etwas Exotisches zu sein. Und ab und an ist das echt ein angenehmes Gefühl.
Vielen der Kyopos die ich diesmal in Korea getroffen habe geht es ähnlich. Ein absolutes Extrembeispiel wäre der 54jährige adoptierte Koreaner aus Dänemark, den ich eines Abends in einem Club getroffen hatte (Wie in aller Welt kommen Dänen vor über 50 Jahren dazu, ein Kind aus Korea zu adoptieren?!!). Er sprach kaum ein Wort koreanisch und war auch erst ein paar Wochen im Land. Trotzdem wusste er schon, dass er seinen Bankjob daheim kündigen und nach Korea ziehen würde. Auf die Frage warum antwortete er nur: „Because here I look like everybody else.“.
Ich weiß, dass ich nicht in Korea leben und arbeiten könnte. Irgendwann würde mir die Mentalität der Leute zu sehr auf die Nüsse gehen. Aber für ein paar Wochen und Monate ist es immer wieder einen Abstecher wert. Ich hätte in meinem Blog gerne noch mehr erzählt, leider hatte die Zeit nicht gereicht. Keine Ahnung, wann ich wieder hinfliege. Wer mehr wissen will, soll mich einfach fragen.
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