Sonntag, Juli 08, 2007

On the road, Teil 1

Ich bin in Dubai gelandet, endlich. Denn mein Reisekarma hat mal wieder zugeschlagen. Beim Kauf meines Tickets hatte ich bloederweise bei Emirates gebucht, so dass der Flug 22 Stunden statt wie ueblich 11 Stunden dauerte. Warum? Nun, um uns Fluggaesten anscheinend den pittoresken Flughafen von Dubai schmackhaft zu machen. Die sieben Stunden nach Dubai verbrachte ich daher eingeklemmt zwischen einem zu breitem Inder und seinem arabischen Counterpart. Der Araber haette sich waehrend des Fluges fast mit dem Opi neben ihm gepruegelt, keine Ahnung wieso.
Emirates soll ja angeblich eine tolle Fluglinie sein. Das liegt anscheinend nur darin begruendet, dass die Sitze alle Monitore haben und man zwischen einer Unmenge an Filmen, Serien und Filmen auswaehlen kann. Nur bringt mir das groesste Unterhaltungs-Angebot nicht wenn man nicht bequem sitzen kann um es zu geniessen. Die drei Filme habe ich am Ende nur deshalb geschaut, weil ich keine Lust hatte mich im Halbschlaf unbewusst an meine Sitznachbarn zu kuscheln. Geschaut wurde "Blades of Glory" (Klassiker), "Meet the Robinsons" (solala) und noch ein Film den ich schon wieder vergessen habe. Wahrscheinlich war ich zu abgelenkt von all den Filmen, die meine Sitznachbarn um mich herum anschauten. Ich glaube ich habe auf dem Flug mehr Bollywood-Filme gesehen als so mancher Inder. Andererseits merkt man erst dann so richtig, dass a) immer die selben Gestalten die selben Charaktere spielen und b) dass die Handlung sich selten gross unterscheidet.

Zu Dubai selbst kann ich nichts sagen; Passagiere mit einem Anschlussflug duften nicht raus. Andererseits habe ich auch nicht das Gefuehl irgendetwas verpasst zu haben. Der Flughafen ruehmt sich damit, den groessten Duty Free Shop der Welt zu beherbergen. Sonderlich beeindruckt bin ich jedoch nicht. Es ist der selbe Schmarrn den man ueberall nachgeschmissen bekommt. T-Shirts mir "I love Dubai" Aufdrucken, haesslichen Goldschmuck und Alkohol den ich nie trinken wuerde (und koennte). Statt dessen wandere ich zum Food Court. Den allgegenwaertigen MacDoof lasse ich links liegen, denn meine verquollenen Schlitzaugen haben einen indischen Fastfood-Shop entdeckt. Ein paar Chicken Tandoori und Naan spaeter sieht die Welt schon wieder besser aus. Mir faellt auf, dass die meinen Servicemitarbeiter im Flughafen Gastarbeiter zu sein scheinen, ich sehe kaum Araber.
Nach 20 Minuten habe ich alles gesehen, was man hier gesehen haben muss: Die Toiletten (entweder westlich oder asia-style, sprich im Hocken), den Buchladen (zwecks Langeweile-Ueberbrueckung) und das lokale Gewinnspiel (Gewinne ein Luxusauto! Ein los fuer 100 Euro! Gewinnchancen 1:1000!!! Man merkt, dass man in Dubai ist.)Also schlender ich langsam Richtung Gate, auch wenn das Boarding erst in zwei Stunden beginnt. Ueberall liegen Menschan am Boden und schlafen: Inder, Pakistaner, Araber, Asiaten...ein wenig erinnert mich das an damals, als ich immer mal wieder ins Auslaenderamt musste um meine Aufenthaltsgenehmigung zu verlaengern. Mitten in dem ganzen Chaos steht ein Beduinenzelt, sowas wie eine Art Chill-Out-Zone fuer Eingeborene. Das Ding is propenvoll, keine Ahnung wieso.
Am Gate angekommen treffe ich Karolina. Sie kommt aus Polen, studiert IT in England und besucht ihre Schwester in Seoul die eigentlich wiederum Koreansich in Polen studiert...komplizierter ging es anscheinend nicht. Keine Ahnung wie das Maedel in Seoul ueberleben will, denn ich habe noch keine Polin getroffen die scharfes Essen zu sich nehmen konnte ohne mittelgrosse Tode zu sterben. Nach und nach treffen die restlichen Fluggaeste ein: Hauptsaechlich Koreaner, ein paar Westler haben sich dazwischen verirrt.

Das Flugzeug das mich nach Korea bringen soll ist noch aelter als das, was mich nach Dubai brachte. Wenn mein Monitor nicht gerade flackert, wackelt der Ton so dass ich die Dialoge nur zur Haelfte mitbekomme. Meine Filmauswahl stellt sich als Fehlgriff heraus. "The last Mimzy" ist der Film denn ich gedreht haette, wenn ich nicht irgendwann mit dem Alkohol aufgehoert haette. Es ist immer wieder ein Wunder, dass manche Drehbuchschreiber das Klopapier, das sie produzieren, auch losbekommen. Die Story: Zwei Geschwister entdecken am Strand seltsames Spielzeug und beginnen danach seltsame Eigenschaften zu entwickeln. Besonders die nervige, weinerliche kleine Schwester. Sie hat einen haesslichen Stoffhasen gefunden, den sie Mimzy tauft und von dem sie allen moeglichen Kram lernt. Am Ende stellt sich raus, dass Mimzy von den Menschen aus der Zukunft mittels Intel-Technologie hergestellt und in die Vergangenheit geschickt worden war. Denn anscheinend geht es den Leuten in der Zukunft so dreckig, dass sie dringend frische DNA aus der Vergangenheit brauchen. Da fragt man sich schon, wieso die Leute das Geheimnis der Zeitreise knacken koennen, aber nicht das der Genetik.
Mein Gehirn kann diese Menge an Schwachsinn nicht verkraften und schaltet dankenswerterweise auf Standbz, so dass ich die naechsten Stunden im seeligen Halbschlaf verbringe. Aufgeweckt werde ich von den himmlischen Dueften eines koreanischen Fruehstuecks. Ich kann sagen, dass es koreanisch sein muss, weil ich das Gefuehl habe den Knoblauch praktisch in der Nase zu haben. Hoffentlich landen wir bald...

2 Kommentare:

Laura hat gesagt…

Also mich stört die längere Flugzeit, die man ja oft bei Emiratesflügen hat, eigentlich nicht, denn dafür ist der Preis meist einfach zu gut. Und so langweilig ist es in Dubai auch nicht, als dass man ein paar Stunden dort nicht in Kauf nehmen könnte. Das mit den Sitznachbarn passiert einem ja bei jeder Airline, ich kann mich allerdings nicht bei jeder mit einem Haufen guter Filme ablenken.

JL hat gesagt…

Hallo Laura,

macht dir deine Arbeit bei Emirates Spaß? Braucht ihr vielleicht noch mehr Leute die wahllos uralte Blogs nach Emirates-Einträgen durchforsten und dann dort Werbung machen? Wenn ja, dann melde dich doch bitte bei mir ;-)