Donnerstag, November 15, 2007

Neuer Versuch

Soooo…da bin ich mal wieder, nach langer Sendepause. Nicht, dass ich jetzt wieder mehr Luft hätte (bin seit 4 Uhr morgens im Labor, sagt doch alles oder?), aber ich habe endlich wieder Lust zum Schreiben. Eine zeitlang hatte ich mir nämlich echt überlegt, dass ich das bloggen sein lasse. Doch seltsamerweise bin ich während der Sendepause öfter auf mein Blog angesprochen/-gemailt worden als davor. Anscheinend lesen doch ein paar meinen Schund, das nennt sich dann wohl „die schweigende Mehrheit“.

Während also im Hintergrund meine Experimente weiterkochen überlege ich mir gerade, ob ich aus dem Jesus Fan Club (aka römisch-katholische Kirche) austreten soll. Dieser hat mir nämlich Anfang der Woche eine fette Rechnung ins Haus geschickt: 180 CHF (= 2 mal auswärts Essen) Kirchensteuer, sprich Geld für Leistungen die ich nie in Anspruch genommen habe bzw über die mir der Club nie Rechenschaft geliefert hat. Keine Ahnung wie die mich entdeckt haben, vielleicht wurde mir bei meiner Taufe ein Mikrochip ins Hirn gepflanzt oder so.

Jedenfalls fand ich diese Rechnung extrem unpassend, nicht zuletzt weil sie strategisch günstig kurz vor der Weihnachtszeit verschickt wurde. Zuerst dachte ich mir, dass ich eiskalt die Exkommunizierung riskiere und das Geld nicht zahle. Aber dann wurde mir gesagt, dass man mich dafür „betreiben“ würde. „Betreiben“ ist die Schweizer Variante des Schufa-Eintrags und darauf hatte ich dann doch keine Lust.

Bleibt also nur die Flucht ins unchristliche Ausland oder Aufgabe. Also werde ich wohl unter Protest zahlen. Gleichzeitig bin ich aber am Überlegen, ob ich dem Vatikan mit meinem Geld nicht gleich noch meine Abmeldung einschicken soll. Denn wenn ich ehrlich bin habe keine Ahnung warum ich überhaupt noch Mitglied bin. Das letzte mal war ich 1999 in einem Clubtreffen (Gottesdienst) und selbst das war eher unfreiwillig (musste singen, je weniger wir darüber sprechen desto besser). Und es ist nicht so, dass die Jungs vom Club sich ein Bein ausgerissen haben, mich wieder zurückzuholen (Der Pfarrer war damals eher damit beschäftigt mit der Frau meines Hausarztes durchzubrennen.). Ich könnte jetzt noch eine Weile lamentieren aber das lass ich lieber. Die Jahreszeit ist ohnehin schon depressiv genug.

Noch bin ich dabei die Pros und Contras gegeneinander abzuwägen und es sieht verdammt schlecht aus für Papa Razzi und Co. Ob ich nach meinem evtuellen Austritt einem andern Club beitrete lass ich mal offen. Buddhismus wäre ein potentieller Kandidat (wenngleich auch irre klischeehaft), aber vielleicht werde ich auch ein Pastafari, würde ganz gut zu meinem Beruf passen.

Anbei noch ein Lied, das ich zurzeit öfter höre. Absolutes Kopfnicker-Potential, sehr lässig.