Donnerstag, Oktober 23, 2008

Gehaltvoll

Dass man in der Schweiz ein wenig besser Verdient als in Deutschland dürfte sich ja mittlerweile rumgesprochen haben. Das gilt auch für Doktoranden. In Deutschland würde ich mich einem mickrigen BATII/2 Gehalt rumkrebsen, was in etwa 1000 Euro wären. Hier ist es DEUTLICH mehr und trotzdem haben die meisten Doktoranden hier das Gefühl, unterbezahlt zu sein.

Dank hoher Lebenskosten bleibt Ende des Monats nämlich nicht viel von dem deutlich höheren Gehalt übrig. Und das Gefühl mehr zu verdienen ist auch ziemlich subjektiv. Denn bis vor kurzem lebten wir Doktoranden offiziell unter dem Existenzminimum. Yeah! Daher zahlten wir weniger Steuern und erhielten kleine Zuwendungen bei den Krankenkassen-Gebühren. Sprich: Der Staat/Kanton verdiente nicht viel an uns.

Anfang des Jahre bekamen wir dann die frohe Nachricht: Gehaltserhöhung! Doktoranden würden fortan mehr Gehalt bekommen. Auf allen Gängen tanzten die Laborratten und zur Feier des Tages wurde abends die Flasche mit dem guten Aldiwein aufgemacht. Woran damals die wenigstens dachten: Dank der Gehaltserhöhung leben wir nun nicht mehr unter dem Existenzminimum. Was zu Folge hat, dass wir mehr Krankenkassen-Gebühren und auch mehr Steuern zahlen. Unterm Strich bleibt somit weniger übrig als vorher. Aber egal – wir machen es schließlich aus Liebe zur Forschung.