Dienstag, August 26, 2008

Lektionen fürs Leben

Hier am Institut ist ein Group Leader (Laborchef) der für seine Leck-Mich-Doch-Einstellung berühmt ist. Sein aktuellstes Zitate-Highlight:

"Life is shit. And then you die!“

Als sein Job ausgeschrieben wurde, war Motivation anscheinend noch nicht erfunden.

Mein Spiel mit der Datenkrake: Los geht’s

Ich sollte echt Porno mal wieder öfter schreiben. Diese Schreibblockade in meinem Hirn ist echt nicht mehr lustig. Wie in Sex aller Welt soll ich so einen Text schreiben, der meine Zugriffszahlen nach oben schnellen lässt. Und das auch noch ohne dass Blogspot meinen Blog als jugendgefährdend einstuft. Ich bin so dermaßen konzentriert, dass hier im Labor jetzt 1000 nackte Frauen durchrennen könnten, ohne dass ich etwas davon merke. Da fällt mir ein, dass ich mal wieder meine sexy Unterwäsche waschen müsste. Letzte Woche sind meine Glückssnoopy-Boxershorts entgültig auseinandergefallen. 12 Jahre lange haben sie mir treu gedient, jetzt muss ich ohne sie auskommen *schluchz*.

So, als Köder sollte das langen. Nächste Woche weiß ich mehr…

Mein Spiel mit der Datenkrake: Einleitung

Ich sitze gerade am Mikroskop und scanne ein paar Gewebeschnitte. Das Blöde daran ist, dass ich alle drei Minuten zwischen Mikroskopie und Büro hin und her hetzen muss. Das Gute daran ist, dass ich so wenigstens ein bisschen Sport mache. Und weil ich wegen solch kurzer Intervalle ohnehin nicht richtig arbeiten kann, surfe ich mal wieder sinnlos im Netz herum.

Naja, so ganz sinnlos war es diesmal nicht. Ich habe mir endlich mal Zeit genommen, die Besucherstatistiken meines Blog genauer anzuschauen. Es ist ja nicht so, dass ich groß Werbung für mein Blog mache. Es war und ist hauptsächlich dazu gedacht, meine Freunde auf dem Laufenden zu halten. Mehr geht auch eigentlich gar nicht, da es Blogspot dem Nerd von Welt so schwer wie möglich macht, interessante Blogs zu finden. Aber zurück zum Thema. Was ich eigentlich sagen wollte: Blogspot ist eine verdammt gierige Datenkrake! Nicht nur, dass ich den Wohnort, das Betriebssystem und sonstigen Schnickschnack meiner Besucher erfahre. Ich bekomme mitunter auch gesagt, was meine Besucher gegoogelt haben, um auf meine Seite zu gelangen.

Zu den harmlosen und häufig gesuchten Begriffen zählen „Schwiz“, „Basel“ und seltsamerweise „Fotzelschnitte“. Ich hatte das Wort einmal hier erwähnt. Wer es immer noch nicht weiß: Das ist die Schweizer Version von „Arme Ritter“. Wie die hier eine „Versoffene Jungfrau“ (wie Arme Ritter, nur in Wein statt in Milch getaucht) nennen, hab ich noch nicht rausgefunden. Schräger sind Suchbegriffe wie „Kontrolfreak als Chef“, „Hopp Schwiz Lyrics“, „Wieviel Land bekomme ich für xy Bath?“, „Wenn Frauen im Minirock überholen Bilder“ und mein Favorit „Schweiz Verordnung Lachen auf der Straße“.

Und dann – wie soll es da anders sein – ist da noch die Reihe nicht ganz jugendfreier Begriffe wie „Elefantensperma“ (das gab es sogar mehrfach!!!), „wo finde ich Ladyboys“ (Thailand lässt grüßen) und „Prostatamassage Basel“ (auch mehrfach!!!). Ich meine: HALLO?!!! Wie in aller Welt landet mein Blog bei diesen Suchen so weit vorne, dass irgendein Depp meint, dass er hier hilfreiche Infos finden könnte?! Es gibt Millionen von anderen Webseiten die sich bestimmt auf sowas spezialsiert haben und eine nicht unbeträchtliche Summe an Geld investieren, um jeden der es nicht wissen will mittels Pop-Ups davon in Kenntniss zu setzen.

Jedenfalls hab ich nach der ganzen Sache Lust auf ein Experiment. Ich werde meinen nächsten Blogeintrag mit schwachsinnigen Wortkombis, eindeutigen Zweideutigkeiten und allem möglichen Mist spicken. Mal schauen, wie sich meine Besucherstatistik ändern wird hehe.

Mittwoch, August 20, 2008

Nostalgie

Die letzten Monate ist viel passiert: Fleisch wurde wieder teurer, ich verlor Haare an Stellen an denen ich glaubte noch welche zu haben und es kamen wieder ein paar Kilo mehr auf die Waage. Die größte Veränderung merke ich jedoch auf der Arbeit. Nach und nach gehen viele der Freunde die ich hier in den letzten Jahren gewonnen habe. Entweder sie heiraten und ziehen weg, machen ihren Doktor und ziehen weg, ziehen weg um zu heiraten oder finden einen echten Job, ziehen dort hin, bekommen Kinder und heiraten notgedrungen.

Wie auch immer, es ist ein seltsames Gefühl auf einmal ein Senior im Labor zu sein und in die naiv-optimistischen Gesichter der neuen Doktoranden zu sehen. Ein Kollege meinte (nur halb) im Scherz: „They will learn! They will learn fast, and it will either crush them or make them stronger!“. Fakt ist: Ich habe einfach keine Lust mich wirklich mit den Neuen anzufreunden. Lieber geh ich allein zum Lunch, schlinge mit ein paar Bissen einen Salat runter und hetze dann wieder ins Labor. Es wird wohl noch eine Weile dauern, bis ich mit den neuen Gesichtern warm werde.

Während einer der Farewell-Parties der letzten Wochen habe ich mich an einen alten Song von Baz Luhrman erinnert: „Wear Sunscreen“. Im Prinzip wird einfach nur eine Liste von guten Ratschlägen vorgelesen. Der Originaltext („Advice, like youth, probably just wasted on the young“) kommt von Mary Schmich, einer Kolumnistin des Chicago Tribune. Hier das Video (Kurzversion):



Jedenfalls fühle ich mich jedesmal extreme nostalgisch wenn ich das Lied höre. Als ich das Lied damals im Radio hörte fand ich es nur lustig, weil ich nicht wirklich etwas mit den Tipps anfangen konnte. Jetzt, knapp zehn Jahre später, fängt das alles an erheblich mehr Sinn zu machen. Wie es wohl nach zehn weiteren Jahren sein wird?

Klar, dass einige Alternativ-Versionen von dem Lied gemacht wurden. Für Doktoranden ist die Variante der genialen PhD-Comics vielleicht die Beste. Für Möchtegern-Gangster gibt es ein cooles Video von Chris Rock:



PS: Beim Durchlesen fällt mir auf, wie extrem schlecht mein Schreibstil geworden ist. Man merkt echt, dass ich nicht mehr regelmäßig schreibe, peinlich :-(